Schüler in sozialen Netzwerken

Stephan Dienel hat die bei uns populärsten sozialen Netzwerke unter die Lupe genommen. Um den Datenschutz bzw. die Kontrolle über die Angaben zur eigenen Identität steht es da nicht gerade gut. Gravierend ist dies insbesondere dann, wenn Minderjährige davon betroffen sind. Stephan hat sich aufgemacht den Schülern in der Schule die nötige Medienkompetenz im Umgang sozialen Netzwerken zu vermitteln.
Aus diesem Anlass haben wir Stephan interviewt:

Warum glaubst du, sind die Themen Datenschutz und Datensicherheit auch für Schüler wichtig?
Stephan: Schüler haben meist noch nicht die Weitsicht bzw. die Kenntnisse darüber, was mit ihren Daten angestellt werden kann.
Schüler sind auch eine besondere Personengruppe in unserer Gesellschaft, die besonders geschützt werden müssen, nicht nur im realen Leben sondern eben auch in sozialen Netzwerken. Und dies kann nur durch Datenschutz und Datensicherheit ihrerseits geschehen. Dabei müssen Grundkenntnisse sowie eine Sensibilisierung geschaffen werden.

In welchem Unterrichtsfach hast du deinen Vortrag gehalten?
Stephan: Mein Ansprechpartner war die Klassenlehrerin und in ihrer Unterrichtszeit habe ich den Vortrag gehalten. Dabei war es nicht auf ein Fach konkret bezogen. Im Übrigen ist sie Mathelehrerin.

Wie haben die Schüler auf die Infos reagiert, die du über sie in sozialen Netzwerken recherchiert hast?
Stephan: Der betroffene Schüler hat nach seiner Einwilligung zur Präsentation seiner Persönlichkeit sehr betroffen gewirkt, was ich doch alles für Informationen über ihn herausbekommen habe, ohne ihn überhaupt persönlich zu kennen. Die Anderen waren sehr amüsiert über den vorgestellten Schüler, nicht zuletzt weil auch sie einige interessante Dinge noch nicht kannten.

Welche persönlichen Details hätte der Schüler besser nicht preisgegeben sollen?
Stephan: Er hat bei Schueler.cc die Gruppe “Anti-Klose*-Allianz” gegründet. Damit ist ein bestimmter Lehrer gemeint und wenn dieser Lehrer das wüsste, ist eventuell mit einer schlechteren Benotung oder anderen Konsequenzen zu rechnen.
Bei anderen Schülern ist mir aufgefallen, dass sie in unterschiedlichen sozialen Netzwerken meist die gleichen Benutzernamen verwenden, was das Auffinden sehr vereinfacht und nach Zusammentragen der Informationen eben wieder den gläsernen Schüler ausmacht.
* der Name wurde ersetzt und ist frei erfunden

Meinst du die Schüler gehen jetzt vorsichtiger mit ihren persönlichen Daten im Netz um?
Stephan: Das hoffe ich. Mit meinem Vortrag habe ich darauf aufmerksam gemacht, dass es doch wichtig ist, sorgsam mit der Eingabe von persönlichen Daten in soziale Netzwerke zu sein. Nicht zuletzt durch das Aufzeigen von aktuellen Beispielen, welche eine abschreckende Wirkung hatten, denke ich, dass diese Klasse verantwortungsvoller mit ihren Daten umgehen wird.

Welche Themen sollten deines Erachtens im Unterricht weiter vertieft werden?
Stephan: Die Thematik Datensicherheit und Datenschutz sowie Umgang mit dem WEB 2.0 steht eigentlich im Lehrplan Informatik der 8. Klasse. Aber soweit ich weiß wurde von Seitens der Lehrer diese Themen aus Zeitgründen ausgelassen.

Falls es wirklich nur an der Zeit liegt, bleibt die Frage, wo und wie sich Lehrer in die Thematik einarbeiten können?
Stephan: Als Grundlage stelle ich meinen Vortrag zu Verfügung. Von einem Lehrer habe ich jetzt erfahren, dass die Themen meines Vortrages “nach dem neuen Lehrplan im Wahlgrundkurs Informatik in der Sekundarstufe II behandelt” werden.

Also freiwillig und ohnehin viel zu spät. Planst du noch weitere Vorträge an Schulen?
Stephan: Aufgrund des guten Feedbacks von Seiten der Schüler werde ich den Vortrag auch noch in anderen Klassen (9. und 10. Klassenstufe) der Gymnasien in Görlitz und Zittau halten.

Wie können Lehrer mit dir in Kontakt treten, wenn sie Hilfestellung zum Datenschutz in sozialen Netzwerken suchen?
Stephan: Am einfachsten ist es, mir eine E-Mail zu schreiben: Fragen-Vortrag@web.de
Ich werde mich dann umgehend mit dem Problem befassen und versuchen dieses zu lösen.

Was könnten deiner Meinung nach die Betreiber von sozialen Netzwerken zum Jugendschutz beitragen?
Stephan: Nach dem Vorbild der VZs sollte eine umfassende Privatsphäre-Einstellung möglich sein (auch bei The-Reality, Snapscouts und Schueler.cc), die als Grundeinstellung die komplette Anonymität festlegt. Aber auf keinen Fall darf es sein, dass die finanziellen Interessen des Netzwerkbetreibers dem Datenschutz und der Privatsphäre der Mitglieder vorgehen.

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June 24, 2010 in Bildung
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Freifunk Zittau als Mining Company

144 Freifunk-Netze gibt es bislang im deutschsprachigen Raum. Nun wollen Studierende der beiden Hochschulen auch in ZIttau ein solches WLAN-Netz ausbauen. Den organisatorischen Rahmen bildet eine eigens dafür gegründete Mining Company der Zittauer Gründer Akademie. Ihr Ziel ist der kostenfreie und flächendeckende Netzzugang im Stadtzentrum Zittaus. Zur Umsetzung dieses Vorhabens lernen die Beteiligten nicht nur die technischen Grundlagen. Da es sich um ein Gemeinschaftsprojekt von Bürgern für Bürger handelt, spielt die Öffentlichkeitsarbeit und das Medienrecht eine ebenso wichtige Rolle.

Der Kreisverband Görlitz möchte das Vorhaben unterstützen. Interessenten können sich direkt an niels.seidel [-at-] nise81.com wenden.

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June 17, 2010 in Bildung

Wem die Meldeämter alles melden

Haben sie sich schon einmal gefragt, woher Parteien ihren Namen und ihre Anschrift hatten, als deren Wahlwerbung in ihrem Briefkasten landete? Haben sie sich als Mitglied in einer Kirche schon einmal gefragt, woher die jeweilige Kirchgemeinde ihre Anschrift hat? Oder haben sie schon einmal mit Verwunderung feststellen müssen, dass Ihr Name samt Adresse in einem Adressbuch irgendeines Verlages auftaucht oder man ihnen nicht willentlich im Radio oder in der Zeitung zum Geburtstag gratuliert?

Verantwortlich für diese Verbreitung ihrer persönlichen Daten sind die Meldeämter. Bei jeder An- oder Ummeldung des Wohnsitzes wird dies nicht nur im Melderegister der Kommune vermerkt, sondern auf Anfrage auch an Parteien, Kirchen, die Presse und an Adressbuchverlage weitergeleitet – es sei denn sie haben der Weiterleitung ausdrücklich widersprochen. Das machen aber nur die wenigsten Bürger. Viele wissen schlicht weg nichts von diesem Persilschein zur Weitergabe personenbezogener Daten. Auf die laut § 33 Abs. 4 SächsMG rechtmäßige Verweigerung der Auskunft wird bei der An- oder Ummeldung des Wohnsitzes nur selten hingewiesen. Entsprechende Formulare zur nachträglichen Auskunftsverweigerung bieten derzeit nur vier von 59 Meldeämter im Landkreis Görlitz an. Die meisten verweisen auf das sogenannte Amt24 (amt24.sachsen.de), wo sich aber kein solches Formular finden lässt! Dies ist zwar nicht weiter tragisch, da die Erteilung einer Auskunftsverweigerung lediglich eines formlosen Schreibens oder einer mündlichen Mitteilung bedarf, doch selbst wenn ein Widerspruch so einfach ist, bleibt die Frage, warum die Weitergabe nicht von vorn herein unterbunden wird?

Wenigstens gesteht man dem Bürger laut § 24 SächsMG noch das Recht ein, zu erfragen welche Daten zur eigenen Person gespeichert sind. Ebenso besteht ein Auskunftsrecht, an wem aus welchem Grund regelmäßig, welche Daten weitergegeben wurden. Wer nun auf einen Schlag den Meldeämtern eine Auskunftssperre erteilen möchte und gleichzeitig Aufschluss über die bislang übermittelten Daten erlangen möchte, kann das vom Kreisverband der Piratenpartei hier angebotene Formular ausfüllen und versenden bzw. ausdrucken

Ein Wermutstropfen bleibt dennoch bestehen: die GEZ (solange sie noch nicht abgeschafft ist) wird unabhängig von der Auskunftssperre durch die Meldeämter informiert. Als ebenso auskunftsfreudig zeigte sich jüngst die KfZ-Zulassungsstelle Zittau, die ohne rechtliche Grundlage Daten eines Führerscheinneulings an die GEZ weiterleitete.

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June 17, 2010 in Datenschutz
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Flashmob gegen Jugendmedienschutz-Staatsvertrag in Zittau

kindernet

Flyer ausdrucken, vorbeikommen und verteilen.

Druckvorlage:

Parallel zu dieser Veranstaltung finden in Dresden und Leipzig Demonstrationen gegen den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag statt. Wir werden darüber berichten.

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March 15, 2010 in Allgemein
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Fazit des Workshops IT-Sicherheit und Datenschutz

Am Montag vor einer Woche referierte Prof. Dr. Marietta Spangenberg anlässlich unseres Workshops zum Thema Datenschutz über die “(Un)Sicherheit in der Informationsgesellschaft”. Obwohl sich die Veranstaltung vornehmlich an Unternehmer und Geheimnisträger wie Journalisten oder Ärzte richtete, wurde im Verlauf des Vortrags schnell deutlich, dass angestellte Mitarbeiter so wie Privatpersonen nicht unwesentliche Schwachstellen in der IT-Sicherheit und im Datenschutz darstellen. Die Informationssicherheit ist nur teilweise ein technisches Problem. Die eigentliche Herausforderung ist oftmals unzureichendes Sicherheitsbewusstsein im Management und die mangelnde Erfahrung in risiko-orientierten Denk- und Bewertungsansätzen bei der Einschätzung von IT-Sicherheitsfragen.
Ursächlich sei laut Spangenberg ein fehlendes oder unvollständiges Sicherheitskonzept. Ausgehend von einer Risikoanalyse müssen Strategien ausgearbeitet werden, welche als Teil eines solchen Sicherheitskonzepts in konkrete Maßnahmen münden. Wichtig sei es, so Frau Spangenberg weiter, den Erfolg und die Ausgestaltung dieser Maßnahmen regelmäßig zu überprüfen und angesichts aktueller Erfordernisse neu zu bewerten. Die rasante technische Entwicklung im Softwarebereich und im WWW gebietet, Risiken stetig neu zu analysieren und durch entsprechende Handlungsanweisungen im Sicherheitskonzept darauf zu reagieren. Obwohl ein solches zyklisches Vorgehen eine nicht unerhebliche zeitliche und finanzielle Belastung für ein Unternehmen darstellen mag, ergibt sich daraus ein “Return on Security Investment”, in dem Folgekosten eines Angriffs auf das IT-System bzw. durch eine Datenpanne vermieden werden.

In der Diskussion im Anschluss an den Vortrag stellte sich die Frage nach dem Vetrauen in IT-Produkte, die durch ihre kurze Entwicklungszyklen, ihre enorme Vielfalt und die schier unüberschaubare Komplexität der Teil- und Gesamtsysteme durchaus bezweifelt werden kann. Viele Unternehmer – auch und gerade im Kreis Görlitz – fühlen sich angesichts dieser Herausforderungen allein gelassen und suchen nach kompetenten Ansprechpartnern zur Sicherung ihrer Informationstechnik und damit auch ihrer unternehmerischen Existenz.
Wir als Kreisverband der Piratenpartei werden uns auch weiterhin mit dem Thema IT-Sicherheit und Datenschutz auseinandersetzen und uns als Mittler zwischen Unternehmen und Experten auf diesem Gebiet tätig sein.

Die Vortragsfolien gibt es hier als PDF zum Download.

Einige empfehlenswerte Links zum Thema:
- Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik
- http://www.sicherheitskultur.at/

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February 15, 2010 in Datenschutz, Veranstaltungen

Kreisverband lädt zum Datenschutz-Workshop

Für viele Menschen gehört es heute zum Alltag, am PC zu arbeiten und dabei nicht selten auch mit sensiblen Daten umzugehen. Egal ob es sich um Kunden- oder Mandantendaten handelt, um Geschäftsgeheimnisse, Planungen, Angebote bis hin zu aktuellen und privaten Informationen, fast alles wird heutzutage elektronisch gespeichert, um dann vom Laptop, Handy, Handheld oder sonstigem von quasi überall auf diese Daten zugreifen zu können.

Leider sind all diese wertvollen Daten meist nur unzureichend oder gar nicht geschützt. Wird ein Laptop oder USB-Stick verloren, ist der Schaden groß, die Daten sind nicht nur weg, sondern fallen vielleicht sogar der Konkurrenz in die Hände, E-Mails werden abgefangen oder mitgeschnitten und bei einem Hardwareausfall ist man nicht mehr arbeitsfähig. Solche Pannen passieren leider nur zu häufig. So berichtete die Süddeutsche Zeitung 2009 über einen Datenklau beim Finanzkonzern AWD, bei dem 60.000 Angaben aus Verträgen (Versicherungen, Geldanlagen) dem NDR zugespielt wurden. Eine in 2008 veröffentlichte Studie belegte, dass in den USA jede Woche etwa 12.000 Laptops „verschwinden“ und was mit den persönlichen Daten passiert, wenn der Staat von seinem 2008 erlangtem Recht auf „Online-Durchsuchungen“ Gebrauch macht, mag man sich kaum ausmalen.

All dies und mehr hat den Kreisverband der Piratenpartei in Görlitz dazu bewogen, einen öffentlichen und kostenlosen Workshop zum Thema Datenschutz und Datensicherheit anzubieten. Hier bekommen die Teilnehmer grundlegendes Wissen über den Umgang mit sensiblen Daten, Verschlüsselungen sowie Backuphaltung für den Fall eines Datenverlustes, anschließend gibt es Raum für persönliche Fragen und Erfahrungen zum Thema.

Für die Leitung der Veranstaltung konnte der Kreisverband dabei Prof. Dr.-Ing. Marietta Spangenberg gewinnen, eine Professorin der Hochschule Zittau/Görlitz mit dem Berufungsgebiet unter anderem für Datenschutz und Datensicherheit, die auch mit allen praktischen und aktuellen Sicherheitsfragen vertraut ist.

Der Workshop findet am 08.02.2010 um 17.00 Uhr im Kulturpoint im Bahnhof Görlitz statt. Es wird kein Teilnehmerbeitrag erhoben.

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February 2, 2010 in Bildung, Datenschutz
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Piraten gründen Hochschulgruppe an der HS Zittau/Görlitz und am IHI

Am gestrigen Mittwoch gründeten fünf Studierende der Hochschule Zittau/Görlitz und des Internationalen Hochschulinstitut Zittau im Cafe Jolesch eine Hochschulgruppe der Piratenpartei. Die Piraten bilden damit die zweite Hochschulgruppe an der HS Zittau/Görlitz neben den JuSo’s (SPD). Am IHI existierte bislang noch keine Hochschulgruppe. Als ersten Vorstand  wählten die Anwesenden Stephan Dienel. Zum zweiten Vorstand wurde René Schönfelder gewählt, der gleichzeitig zweiter Stellvertreter des Kreisverbands Görlitz ist.

Aktuelle Informationen der Piraten Hochschulgruppe findet man auf deren Wiki-Seiten.

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January 7, 2010 in Allgemein, Bildung
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Willkommen im neuen Hafen

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December 16, 2009 in Allgemein